Blüte – Die Reifephase beginnt

Was in der Blüte passiert

Mit dem Ende der Vorblüte beginnt die eigentliche Blüte. Die Pflanze stellt das Höhenwachstum weitgehend ein und konzentriert ihre gesamte Energie auf die Entwicklung der Blüten. Photoperiodische Sorten blühen je nach Genetik 8–12 Wochen. Autoflower haben eine kürzere Blüte von 5–7 Wochen.

Wichtige Werte in der Blüte

Frühblüte (Woche 1–4): Temp. 22–26 °C | LF 45–55 % | EC 1,4–1,8 mS/cm
Hauptblüte (Woche 5–6): Temp. 22–25 °C | LF 40–50 % | EC 1,6–2,0 mS/cm
Spätblüte (Woche 7–9): Temp. 20–24 °C | LF 35–45 % | EC 1,0–1,4 mS/cm
pH Erde: 6,2–6,8 | pH Kokos/Hydro: 5,8–6,2 | Lichtplan Photo: 12/12

Frühblüte: Woche 1–4

Die ersten vier Wochen sind eine Phase des Übergangs. Die Pflanze streckt sich noch leicht, bildet an allen Nodien erste Blütenanlagen und beginnt, Energie in die Budentwicklung umzuleiten. Stickstoff wird noch benötigt, aber Phosphor und Kalium sollten schrittweise erhöht werden. Den Lichtabstand etwas größer halten als in der Hauptblüte – erst ab Woche 3–4 die Lampe näher bringen.

Hauptblüte: Woche 5–6

Die Buds nehmen stark an Volumen und Gewicht zu, die Trichomproduktion läuft auf Hochtouren. EC-Wert kann auf 1,6–2,0 mS/cm angehoben werden. Luftfeuchtigkeit auf 40–50 % senken – dichte Buds sind anfällig für Botrytis. Täglich kontrollieren, besonders an Stellen wo Äste eng zusammenstehen. Blätter, die direkt auf Buds aufliegen, entfernen.

Spätblüte: Woche 7–9

Die Buds reifen aus, Trichome wechseln von klar zu trüb und beginnen bernsteinfarben zu werden. EC-Wert schrittweise auf 1,0–1,4 mS/cm senken. In den letzten 1–2 Wochen können viele Anbauer mit Flushing beginnen (nur klares, pH-korrigiertes Wasser). Kühlere Nachttemperaturen (18–20 °C) fördern bei vielen Sorten lila und violette Farbtöne und senken das Schimmelrisiko.

Erntereife erkennen – Trichome beurteilen

Der zuverlässigste Weg ist die Beurteilung der Trichome unter einer Lupe mit mindestens 60-facher Vergrößerung.

  • Klar: Noch nicht erntereif. THC noch nicht auf Maximum.
  • Trüb/milchig: THC auf Höhepunkt. Energetischer, klarer Effekt.
  • Bernsteinfarben: THC baut zu CBN ab. Entspannender, körperschwerer Effekt.

Optimaler Erntezeitpunkt für die meisten Anbauer: 70–90 % trübe, 10–30 % bernsteinfarbene Trichome.

Gefahren in der Blüte

  • Botrytis: Größte Gefahr. Befällt dichte Buds von innen. Regelmäßige Sichtkontrollen, Luftfeuchtigkeit senken, starke Abluft.
  • Echter Mehltau: Weißer mehliger Belag auf Blättern. Frühzeitig mit Kaliumbicarbonat-Lösung behandeln.
  • Lichtleck: Auch in der Blüte kann Hermaphroditismus ausgelöst werden. Zelt abgedichtet halten.

Häufige Fehler in der Blüte

  • Luftfeuchtigkeit zu hoch: Führt zu Botrytis. Luftentfeuchter und starke Abluft sind Pflicht.
  • Stickstoff nicht reduziert: Fördert Blattwachstum auf Kosten der Budentwicklung.
  • Zu früh geerntet: Klare Trichome = noch nicht fertig. Ohne Lupe keine zuverlässige Beurteilung.
  • Keine Sichtkontrollen: Botrytis und Schädlinge werden übersehen bis es zu spät ist.

Häufige Fragen zur Blüte

Wie erkenne ich Stickstoffmangel in der Blüte?
Vergilbung der unteren Blätter, die sich nach oben ausbreitet. In der Spätblüte ist leichtes Vergilben unten normal.

Kann ich in der Blüte noch Blätter entfernen?
Ja, gezieltes Entlauben in den ersten Wochen verbessert den Lichteinfall. In der Spätblüte keine großen Eingriffe mehr.

Warum riechen meine Buds kaum?
Das Aroma entwickelt sich ab Woche 3–4 der Blüte und weiter beim Curing nach der Ernte.

Unterschied Autoflower vs. photoperiodisch in der Blüte?
Autoflower blühen 5–7 Wochen, reagieren nicht auf den Lichtplan. Photoperiodische Sorten blühen nur bei 12/12 und haben mehr Zeit für die Budentwicklung.

Im nächsten Artikel geht es um die Ernte – Der richtige Zeitpunkt und die richtige Technik.

Zurück zum Blog